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Die Kultort Film-Awards: Das erste Halbjahr 2018

Wir präsentieren euch Überraschungen, Enttäuschungen, die besten und schlechtesten Filme des bisherigen Kinojahres

Die Kultort Film-Awards: Das erste Halbjahr 2018 3. Juli 2018Leave a comment

Redakteur

Das erste Film-Halbjahr ist vorbei, die Kinobesucher sahen Oscar-Gewinner und großartige Blockbuster, aber auch sehr schlechte Werke. In diesem Résumé erfahrt ihr alles Wesentliche über den bisher besten und schlechtesten Film, kreative Horrorfilme und wie es um Disney steht. Hier sind die Kultort Film-Awards des ersten Halbjahres 2018:

Bester Film: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Alle Jahre wieder dürfen wir bei der Oscar-Verleihung erleben, dass große Favoriten den Sieg in der Kategorie “Bester Film” nicht erringen — oder der Streifen, der die Statue abräumt, gar nicht der beste Film ist. 2018 unterstreicht diese These, denn der Sieger Shape of Water von Guillermo del Toro wurde bei einigen Kinofans als überbewertet empfunden. Dieser Film ist in der Liste zwar sehr weit oben zu finden, doch der bisher beste Film 2018 ist das Werk mit dem auffällig langen Titel.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri kann mit einer perfekten Mischung auftrumpfen: schwarzer Humor, eine tolle Inszenierung und vor allem ein traumhafter Cast, der perfekt zusammen harmoniert. Die Leistung der Schauspielerin Frances McDormand war so wie jene ihres Kollegen Sam Rockwell dermaßen überzeugend, dass beide mehr als verdient einen Oscar gewannen. Derzeit gibt es keinen besseren Film als jener über die drei Reklametafeln.


MEHR: Wieso ‘Three Billboards Outside Ebbing, Missouri’ den Oscar gewinnen sollte


Schlechtester Film: Euphoria

In diesem Jahr gab es bereits einige miese Verfilmungen, wie etwa der gewaltverherrlichende Death Wish mit Bruce Willis, oder Wonder Wheel, der neue Film von Woody Allen. Doch der bisher schlechteste Streifen ist Euphoria von der schwedischen Regisseurin Lisa Langseth.

Erzählt wird die Geschichte von zwei Schwestern, die nicht das allerbeste Verhältnis haben. In den ersten Minuten weiß der Zuschauer nicht, ob er ein Drama oder einen Horror-Streifen sieht. Das mag ein gutes Stilmittel sein, doch in diesem Fall wollte der Funke nicht überspringen.

Spätestens als neben der Geschichte um die Schwestern das Thema Sterbehilfe behandelt wird, werden viele aussteigen. Trotz diesem interessanten Ansatz und dem namhaften weiblichen Cast (Eva Green und Alicia Vikander) bietet der Film 98 Minuten pure Langeweile.

Kreatives Horror-Genre: A Quiet Place und Hereditary

Jedes Jahr erscheinen unzählige Horrorfilme in den Kinos. Diese können oft kostengünstig produziert und gedreht werden. Jedoch sind häufig schlechte und unkreative, auf billige Jump-Scares setzende Werke dabei. Das zeigt vor allem der von James Wan produzierte Insidious 4: The Last Key, der abgestumpfter nicht sein könnte. Doch im Schatten dieser Filme sind zwei Vertreter erschienen, die das gesamte Genre aufmischen.

Der aktuellste und beste dieser besagten Werke ist Hereditary mit einer groß aufspielenden Toni Collette. Der Film beweist, dass ein solcher auch ohne den klassischen Jump-Scares gruselig sein kann. Dies schafft der Regisseur Ari Aster bei seinem starken Debüt mit atmosphärischen, kreativen Bildern und einer unvorhersehbaren Geschichte. Ein sehr beeindruckender Streifen, den man unbedingt gesehen haben muss.

A Quiet Place setzt auf einen dystopischen Endzeitfilm und außerirdische Monster, die blind sind und nur auf Geräusche reagieren. Wir verfolgen die Geschichte der Familie Abbott, wie sie in völliger Stille versuchen zu überleben. Sie verständigen sich per Zeichensprache und gehen barfuß auf eigens angelegte Wege aus Sand. Regisseur John Krasinski erzeugte ein spannendes, kreatives Szenario mit einem unvorhersehbarem, aber nicht perfekten Ende. Herausragend ist darüber hinaus die Leistung von Emily Blunt. Eine unbedingte Empfehlung.

Die größte Überraschung: Love, Simon

Im Vorfeld zu Love, Simon sollten zwei Dinge angesprochen werden. Zum einen wirkt der Titel vermutlich abschreckend, zum anderen vermittelt der Trailer eine allseits bekannte Coming-of-Age-Geschichte. Dieser Film ging bei vielen Fans unter dem Radar durch. All jene Kinobesucher, die sich für diesen Film entscheiden, werden nach 110 überraschenden Minuten das Kino zufrieden verlassen.

Im Kern geht es in diesem klassischen High-School-Film über einen Jungen, der ein schönes Leben und tolle Freunde hat. Der einzige Unterschied: Er ist schwul und arbeitet an seinem Coming-Out.

Regisseur Greg Berlanti, der selber offen homosexuell lebt, ging sehr einfühlsam mit diesem Thema um und inszenierte einen großartigen Film. Darüber hinaus spielt Hauptdarsteller Nick Robinson seine Figur überzeugend. Eine perfekte Wertung verhindert das etwas zu kitschige Ende, das fünf Minuten zu spät aufhört.

Die größte Enttäuschung: Gringo

David Oyelowo, Charlize Theron, Joel Edgerton, Amanda Seyfried und Sharlto Copley — ein unbestritten sehr prominenter Cast. Zudem verspricht der gelungene Trailer viel Humor und eine verrückte Geschichte. Positive Voraussetzungen für einen guten Film. Doch schon nach einigen Minuten ist die Vorfreude verflogen und man verlässt nach sehr langen 110 Minuten enttäuscht das Kino.

Es werden zu viele Figuren eingeführt, die kaum greifbar sind und zu denen das Publikum keine Verbindung aufbauen kann. Zusätzlich vermittelt der Trailer eine temporeiche Inszenierung, die nicht stattfindet. Stattdessen schleppt sich das Werk von Szene zu Szene, bietet an vielen Stellen Langeweile und erzählt zu viele Nebenhandlungen, sodass man der Story kaum folgen kann. Da hilft es auch nicht, dass Charlize Theron und Scharlto Copley die einzigen Highlights sind.

Der große Gewinner: Disney

Mit Marvel, Lucasfilm und Pixar ist der Mäusekonzern allgegenwärtig. Im ersten Halbjahr sind bereits vier Filme in den hiesigen Kinos erschienen. Und diese sind oft mehr als nur gewinnbringend. Black Panther hat 1,3 Milliarden US-Dollar eingenommen, Avengers: Infinity War sogar mehr als zwei Milliarden. Das sind unfassbare Zahlen, die Flops wie Das Zeiträtsel oder Solo: A Star Wars Story fast vergessen lassen.


MEHR: Die größten Tops und Flops von ‘Avengers: Infinity War’


2018 ist aber noch lange nicht zu Ende und es werden noch einige interessante und spannende Filme von Disney erscheinen. Im Juli kommt Ant-Man and the Wasp (Marvel) und im September der lang ersehnte zweite Teil des Animations-Hits Die Unglaublichen. Außerdem kann eine weitere Zeichentrick-Realverfilmung (Christopher Robin), eine Fortsetzung eines Disney-Musicals aus den 1960er Jahren (Marry Poppins Returns) und sogar eine Verfilmung eines Tschaikowski-Balletts (Der Nussknacker und die vier Reiche) bestaunt werden. Ganz egal, ob man es positiv oder negativ sieht, Disney wird immer ein Gewinner der Kinolandschaft sein.

Thomas auf Twitter: @plapperblog

[Foto: © Disney Content]

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