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Die Kultort WM-Awards: Viertelfinale

Das Viertelfinale hatte spannende sowie attraktive Begegnungen zu bieten

Die Kultort WM-Awards: Viertelfinale 8. Juli 20181 Comment

Ressortleiter Popkultur

Brasilien muss abermals frühzeitig die Koffer packen, Gastgeber Russland stieß gegen Kroatien an seine Grenzen und Frankreich zeigt abermals sein K.-o.-Phasen-Gesicht. Als Résu­mé jedes Spieltages verteilen wir fünf Awards — kollektiv als auch individuell. Hier sind die Kultort WM-Awards für das Viertelfinale der Fußball-WM 2018:


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Spieler der Runde: Die Torhüter

Im Viertelfinale entpuppten sich die Leistungen der Torhüter als Garanten für den Aufstieg. Zwar leistete sich Fernando Muslera bei dem Flatterball von Antoine Griezmann einen Fehler und begrub die Hoffnungen Uruguays endgültig, jedoch zeigte sich auf der Gegenseite, wie wichtig eine starke und souveräne Torhüterleistung für den Weg in das Finale ist. Hugo Lloris wirkte souverän, behielt in jedem Moment die Ruhe und führte als Kapitän “Les Bleus” in die nächste Runde.

Bei den Kroaten stottert nach der starken Gruppenphase noch immer der Motor, wodurch sie in beiden K.-o.-Partien erst durch das Elfmeterschießen den Aufstieg fixierten konnten. Anteil für den Aufstieg hatte ohne Zweifel auch Danijel Subašić, der gegen Dänemark drei und gegen die Russen einen Elfer entschärfen konnte.

Die “Three Lions” und ihre Goalies — eine Leidensgeschichte. Nun haben die Briten mit Jordan Pickford einen sicheren Rückhalt gefunden, der gegen die Schweden fantastische Paraden zeigte. Ihm war es letztendlich zu verdanken, dass die Briten gegen die Schweden ohne Gegentor blieben.

Er gilt als einer der besten Torhüter der besten Jahre und zeigte gegen Brasilien sein Können: Thibaut Courtois. Gegen Japan zeigte er noch ungewohnte Schwächen und Unsicherheiten, doch es lag an ihm, dass Belgien die 2:0-Führung trotz eines Gegentores über die Zeit retten konnte. Mit neun Paraden wurde er zum Matchwinner für die Belgier, via whoscored.com. Die Rettungstat in der Nachspielzeit gegen Neymar ist wohl bisher die Parade des Turniers.

Team der Runde: Belgien

Vor dem Turnier als “Geheimfavorit” gestartet, gegen Brasilien der “Überraschungssieg”. Zu oft werden die Belgier trotz starkem Auftreten und Wahnsinnskader noch immer unterschätzt. Der Selbstanspruch der “Roten Teufel” liegt schon seit Beginn des Turniers auf dem Gewinn der WM-Trophäe. Mit dem Sieg gegen Brasilien sind sie ihrem Traum wieder nähergekommen.

Das Team von Roberto Martínez ist bekanntlich mit Top-Stars gespickt. Herausragend ist vor allem die Achse De Bruyne-Lukaku-Hazard, das derzeit wohl beste Offensivgespann bei dieser WM. Gegen die Brasilianer kam ihnen die vorgegebene Kontertaktik entgegen. Denn kein anderes Team kann derartig schnell umschalten und dann ihre Chancen so effektiv verwerten.

Obgleich die Begegnung wegen der vielen Chancen Brasiliens anders verlaufen hätte können, zeigten die Belgier einen Wahnsinnscharakter. Schon gegen die Japaner konnten sie mit drei Toren und starkem Willen den Aufstieg erzwingen. Gegen Brasilien wirkten die “Roten Teufel” in jedem Moment entschlossener, dass sie im Halbfinale stehen werden. Eine Mannschaft, bestehend aus Siegertypen — Belgien ist heiß auf ihren ersten WM-Titel.

Spiel der Runde: Brasilien vs. Belgien

Die Begegnung beider Mannschaften versprach im Vorfeld schon ein Leckerbissen zu werden und die Fußballfans wurden nicht enttäuscht. Beide Teams begannen forsch, anfangs mit den besseren Chancen für die Südamerikaner. Thiago Silva traf nach Eckball nur die Stange, auf der Gegenseite hatten die Belgier mehr Glück. Nach einem Eckball köpfelte Fernandinho den Ball ins eigene Tor. Brasilien wirkte verunsichert, versuchte trotzdem durch Ballbesitzfußball den Ausgleich zu erzwingen. Und schon liefen sie in einen der gefährlichen Konter, den Kevin De Bruyne mit einem Kracher zum 2:0 verwertete.

In der zweiten Halbzeit ging das Spiel in einer ähnlichen Gangart weiter. Brasilien dominierte das Spiel mit Ballstafetten, Belgien konzentrierte sich auf giftige Konter. Mit Fortdauer wurde der Druck der Brasilianer immer größer, in der 76. Minute konnte der eingewechselte Renato Augusto den überfälligen Anschlusstreffer erzielen. Der Sieg der Belgier war nun auf Messers Schneide, der letztendlich wegen Ungenauigkeiten im Abschluss und dem bärenstarken Thibaut Courtois über die Zeit gerettet werden konnte — trotz 24 Chancen aufseiten der Brasilianer.

Das Match zwischen den beiden Aspiranten auf den Titel war eines der besten Spiele dieser WM. Brasilien muss abermals frühzeitig die Heimreise antreten, durch höhere Effizienz wäre der Aufstieg machbar gewesen. Belgien trifft nun auf Nachbar Frankreich. Für so manchem ist dieses Duell bereits das vorgezogene Finale.

Überraschung der Runde: Spannende und unterhaltsame Partien

Nicht nur der Kracher zwischen Brasilien und Belgien war ein Gaumenschmaus, auch die restlichen Partien waren entgegen der Erwartungen durch Attraktivität und Spannung geprägt. Im Duell zwischen Uruguay und Frankreich ging man von einem langweiligen Spiel aus, doch beide Teams versuchten durchaus spielerisch zu glänzen. Am Ende setzten sich die Franzosen souverän durch. Uruguay konnte trotz aller Bemühungen zu wenige offensive Akzente setzen.

Darüber hinaus gestaltete sich das Spiel zwischen den Engländern und den Schweden — insbesondere in der zweiten Halbzeit — zu einer offenen Partie. Harry Maguire erzielte den Führungstreffer, der sich als späte Rache gegenüber einem schwedischen Konzern erwies, und somit mussten die Skandinavier offensiv agieren. Zahlreiche Chancen konnten von den Schweden aufgrund des starken Jordan Pickford nicht genützt werden. England steht hingegen seit 1990 das erste Mal wieder im WM-Halbfinale.

Die Kroaten gingen gegen die Russen als klarer Favorit in die Partie, jedoch bot das Duell pure Spannung. Mit Fortdauer des Spiels kam es auf beiden Seiten zu guten Chancen, somit wurde die Partie darüber hinaus immer attraktiver. Schlussendlich setzten sich die Kroaten verdient durch, Russland kann trotzdem auf eine starke WM zurückblicken.

Enttäuschung der Runde: Luis Suárez

Den Wettlauf gegen die Zeit hat Uruguay verloren. Der Held des Achtelfinales Edinson Cavani konnte wegen seiner Verletzung im Spiel gegen die Franzosen nicht teilnehmen. Doch mit Luis Suárez haben die “Celeste” ein weiteren Weltklasse-Stürmer in ihren Reihen. Ohne seinen Partner Cavani verblasste “El Pistolero”  jedoch komplett.

Gegen die Franzosen konnte Suárez keinen einzigen Schuss abgeben, nur ein Dribbling erfolgreich absolvieren und kam lediglich auf eine Passquote von 64 %, via whoscored.com. Seine schlechte Leistung symbolisierte die Gefahrlosigkeit der Südamerikaner, die erstmals bei dieser WM einem Rückstand nachlaufen mussten. Trotz offensiverer Spielweise waren sie schlichtweg zu harmlos. Durch den Verlust von Cavani sowie der schwachen Vorstellung von Suárez ist der Qualitätsunterschied zu den Top-Teams einfach zu groß.

Christian auf Twitter: @ch_haslinger9

[Foto: Screenshot via Youtube: “Sweden v England – 2018 FIFA World Cup Russia™ – Match 29” von FIFATV]

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